Samstag, 8. August 2015

DIY CottonLights by Anja




 Hallo Ihr Lieben!

Was mache ich wohl bei sonnigstem Wetter 
und teils unerträglicher Schwüle???

Rischtisch!!!

Ich verziehe mich in den Bastelkeller 
und tüftel an der Umsetzung einer Idee.

Meine lieben Instagram-Mädels haben ja schon kräftig geraten, 
was ich da wohl bei über 30 Grad im Keller aushecke.



Ich wollte endlich mehr Licht über unserem Eßtisch haben,
denn die Industrielampe zauberte eher wenig Licht.
Daher überlegte ich mir schon länger ein Design für eine Lampe,
die viel Licht bringt, gleichzeitig schlicht und geradlinig ist. 
  Zunächst habe ich mir überlegt, 
welches Material ich dafür am besten verwende.

Von Metall über Holz in den verschiedensten Varianten 
gingen die Überlegungen.

Ich war auf Kreativmärkten unterwegs 
und habe im Netz viele Anbieter kontaktiert.
Irgendwann bin ich aus dem Netz raus in den örtlichen Holz-Fachhandel 
und habe den dortigen Fachleuten mein Anliegen geschildert.

Zum Glück geriet ich beim zweiten Geschäft an einen kreativen Menschen, 
der über den Tellerrand hinausschaute.

Bisher hatte ich nämlich nur überall zu hören bekommen:
"Das geht nicht, was Sie sich da vorstellen!"

Er ging mit mir in den Keller, 
da wo außer dem Verkaufspersonal niemand hin darf.

Dort zeigte er mir diverse Holz-Materialien
und wir sprachen über das Für und Wider des jeweiligen Materials.

In einem Gang gab es massig viele Furnierrollen
mit den verschiedensten Untergründen
in den unterschiedlichsten Holz- und Farbvarianten.

Ich habe mich für ein Eichefurnier in einem Graubraun entschieden,
welches mit einem hauchdünnen Vlies hinterlegt ist.



Dies sind die Materialien, die Ihr zum Arbeiten benötigt:


- Furnier 24 mm breit, welches ausreichend biegsam 
und gleichzeitig sehr dünn ist.
 - Holzleim
- Schleifpapier
 - diverse Maßwerzeuge
- Gewebetape
- Klammern zum Fixieren
- Textilkabel und Fassung
- Metallschiene
  - mindestens 3 Schraubzwingen
 - Cuttermesser
- hauchzarten weißen Baumwollstoff
plus passendem Nähgarn
- Stoffschere
- weißes Baumwollgarn zum Befestigen des Stoffes



Dann geht es erst einmal darum,
die Größe der Lampe festzulegen.

Das heißt, welchen Umfang und welche Höhe soll sie haben.

Mein Mann und ich haben das Projekt cottonlights
gemeinsam geplant und durchgeführt.

Das Tüfteln hat riesigen Spaß gemacht. 

 Wir haben uns für einen Durchmesser von 30 cm
und einer Gesamthöhe von rund 50 cm entschieden. 

Nach diesen Maßen richtet sich der Zuschnitt des Furniers 
sowie die Auswahl eines geeigneten runden Gefäßes,
auf dem die Ringe trocknen können.

Vor Beginn der Arbeiten muss man sich zudem 
über den gewünschten Radius der Ecken im klaren werden 
und dazu ein geeignetes Werkzeug suchen, 
welches mit einem Gewebetape ausreichend beklebt werden kann.

Wir haben uns nach einigem Probieren 
für die Handgriffe unserer Schraubzwingen entschieden.

Diese haben einen Durchmesser von 23 mm.   


Nachdem man diese Entscheidungen getroffen hat
und ein geeignetes Gefäß für die Ringe gefunden wurde,
geht es auch schon los.

Zunächst haben wir die Längen für die Ringe abgeschnitten.

In unserem Fall sind es jeweils 96 cm.


Danach haben wir die abgeschnittene Länge 
in zwei exakt gleiche Hälften geschnitten.

Dazu ist es hilfreich, 
ein sehr scharfes Cuttermesser zu verwenden 
und die angezeichneten Schnittlinien 
entlang einer Metallschiene zu schneiden.
Wir haben diese zusätzlich mit Schraubzwingen fixiert,
damit die Schiene nicht verrutschen kann.

Dann haben wir eine Längsseite mit wenig Holzleim eingeschmiert, 
die andere Furnierseite exakt darauf gelegt (quasi links auf links, wie beim Nähen).

Den nun 2-teiligen Furnierstreifen 
kann man jetzt um das Gefäß legen.

Wir haben zunächst die Mitte des Ringes 
mit einem Streifen Paketband fixiert.
Anschließend haben wir die Streifenenden
an der Klebestelle mit Leim bestrichen, übereinandergelegt
und ebenfalls mit einem Stück Paketband auf dem Gefäß fixiert.

Ein Verrutschen des Ringes 
sowie der Längskanten wird so verhindert.  

Bei dieser Fixierung sind vier Hände sehr hilfreich, 
denn diese Arbeit sollte genau erfolgen.


  Versucht man es allein,
dann kommt im Zweifel dieses Ergebnis heraus:


Die Längskanten sind verrutscht 
und die Klebekante ist nicht schön fixiert.

Kleiner Tipp an dieser Stelle:
Geduld und Genauigkeit beim Arbeiten 
sowie gute Vorbereitung sind ein Garant für ein tolles Ergebnis.   


Während der Trocknungszeit (2 Std., s. Holzleim) haben wir 
bereits begonnen die Verstrebungen  zu fertigen.

Dazu haben wir zwei Mal 196 cm abgeschnitten 
und diese wie oben beschrieben zur Hälfte durchgetrennt,
so daß man vier schmale Furnierstreifen erhält.

Bei der Fertigung der beiden Verstrebungen haben wir
zuerst mit den beiden unteren Mittelstreben begonnen.
Hierbei ist uns beim Arbeiten aufgefallen, 
dass man sehr exakt 
und in vielen kleinen Zwischenschritten 
beim Leimen arbeiten muss,
um anschließend die Ecken schön formen zu können.
 
Somit haben wir für die Mittelstreben bei beiden Längsstreifen 
exakt 27,7 cm mittig angezeichnet
und auch nur diese geleimt.

Die Furnierstreifen exakt aufeinander positionieren,
eine Metallschiene darauf legen 
und mit Schraubzwingen befestigen.

 Nach der Trocknungszeit der Mittelteile 
werden nun die abgerundeten Ecken gearbeitet.

Dazu haben wir lange herumgetüftelt, 
um schöne Radien zu erlangen, 
die das Furnier noch mit macht ohne zu brechen.

Auch hierbei ist exaktes Arbeiten unerläßlich,
um ein tolles Ergebnis zu erhalten.

Wir haben dazu an den vorher geleimten Mittelstreben
zu beiden Seiten 18 mm angezeichnet 
und auch nur diese mit wenig Leim bestrichen.

Anschließend wird es ein wenig tricky, 
daher habe ich Euch dazu Bilder gemacht.

Allerdings zeigt das untere Bild die Arbeit 
an den Rundungen für die oberen Mittelstreben
und nicht für die unteren.

Die Befestigung und Positionierung des Furniers 
an den Handgriffen der Schraubzwingen ist allerdings jedesmal gleich.

Damit man besser versteht, wie die Beschreibungen zu verstehen sind, 
hat mein Männe Euch zwei Zeichnungen angefertigt.







Längsstreifen für die Verstrebungen in Klebeabschnitten unterteilt. Von der Mitte nach außen, wie beschrieben, kleben.




Die Hilfslinien  a und b
(s. Zeichnung) 
 stehen für die Mittelpunkte der Handgriffe der Schraubzwinge.
Die Punkte a - a stehen für den Abstand der beiden Mittelpunkte der Handgriffe.

Die Schraubzwingen sollten nun so festgeschraubt werden, 
dass die Abstände absolut korrekt sind.

In unserem Fall war der Abstand a - a  
die zuvor bereits fertig geleimten 27,7 cm der Mittelstrebe.

Die mit Leim bestrichenen 18 mm 
werden nun mit kurzen Gewebetape-Streifen 
so um den Handgriff befestigt, 
dass zum einen die beiden Furnierteile nicht mehr verrutschen
und die Rundung in genau der vorgesehenen Position bleibt.



Um zu verhindern, dass sich die jeweilig angrenzenden Längsseiten 
später nicht nach außen biegen, 
 haben wir diese mit einem schwereren Gefäß 
(alternativ könnt Ihr auch eine volle Glasflasche nehmen) 
leicht nach innen gedrückt.



Ich konnte es kaum erwarten, das fertige Teil zu sehen,
so habe ich nach dem Trocknen der Ecken
vorab alle Teile einmal grob zusammengeklammert, 
um einen Eindruck von den Größenverhältnissen zu bekommen.





Passt!!!



Dann haben wir die beiden Längsseiten 
48 cm zu jeder Seite 
(allerdings nacheinander, da man die Seiten sonst nicht praktikabel zusammenleimen kann) 
mit Leim eingestrichen und wie bereits oben beschrieben 
mit der Metallschiene und Schraubzwingen verklebt.



 Nun folgt ein weiteres Mal der oben beschriebene Schritt,
 um die nächsten abgerundeten Kanten zu arbeiten.

Hierzu geht Ihr einfach wie in der Zeichnung 
 und im Text beschrieben sowie im oben gezeigten Bild vor.

 Nach erfolgter Trocknung werden nun 
die oberen Mittelstreben zusammengeleimt.

Hierzu werden von einer Seite die beiden Streifen 
direkt miteinander verklebt.

Von der anderen Seite leimt man jeweils einen Furnierstreifen 
über und den anderen unter die beiden vorher geklebten Streifen 
(s. erste Zeichnung ´oben`).

Dabei ist es unerläßlich die Außenmaße zu beachten 
und im Zweifel kann man etwas abschneiden.

Die vier verleimten Furnierstreifen nun wieder genau 
wie alle anderen Längsstreifen exakt übereinander legen 
und mit der Metallschiene und den Schraubzwingen fixieren.

Die beiden fertig gestellten Rahmen 
kann man nun rechtwinklig und mittig 
miteinander verkleben.

Nach dem Trocknen haben wir die beiden Ringe von innen eingeklebt, 
und zwar jeweils 8 cm von unten und oben.

Dabei haben wir die Leimstellen mit Klammern fixiert.



Endlich ist der Rohling fertig 
und der Stoffeinsatz kann genäht werden.

Dabei habe ich die Zwischenräume und den Umfang ausgemessen,
Nahtzugabe hinzugefügt und ausgeschnitten.

Die Nahtzugaben habe ich vorab eingebügelt 
und dann gesteppt.

Mit dem Baumwollgarn habe ich den Stoffeinsatz 
an dem Lampenrohling befestigt.




Und dann hat sie mein Mann über unserem Eßtisch angebracht.


Ich mag diese luftig hellen Lampen.

Sie verbreiten Leichtigkeit.




Neben den Lampen habe ich noch etliche andere DIY`s vorbereitet,
u.a. diese Betonfliesen.

Ein DIY dazu folgt in Kürze.


Habt ein herrlich schönes Wochenende.

Fühlt Euch gedrückt,

Eure Anja




P.S.:
Die Gewinnerin der LolliQueens steht fest, schaut mal hier nach.